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Aartalbahn: Reaktivierung kommt voran

Oberneisen, den 12.09.2013

Arbeitskreis betont die Vorteile bei der Nutzung des Schienenwegs von Diez nach Zollhaus

 

Ganz im Zeichen der lange geplanten Reaktivierung der Strecke zwischen Diez und Zollhaus stand die Jahreshauptversammlung des Arbeitskreises Aartalbahn. Außerdem waren die Draisinenfahrten in den Jahren 2012 und 2013 ein wichtiges Thema.

Der Vorsitzende Manfred Nickel berichtete von deutlichen Fortschritten bei der Reaktivierung der Aartalbahn. So wurde in der Zwischenzeit die Verkehrsleistung – der Stundentakt an allen Wochentagen zwischen Limburg-Diez-Zollhaus und zurück – an die DB Regio AG vergeben, und die beiden Verbandsgemeinden Diez und Hahnstätten haben die Strecke vom Einfahrtsignal in Diez bis zur hessischen Landesgrenze bei Schiesheim von der DB Netz AG angekauft. Darüber hinaus sind die Planungen für den Aufbau der Strecke, die Herstellung der Haltepunkte und die Sicherung der Bahnübergänge bereits angelaufen. Die betreffenden Gemeinden seien von Dr. Thomas Geyer vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord bereits eingehend über den Sachstand informiert worden, so der Vorsitzende.

Die ab August 2015 geplante Reaktivierung der Strecke bedeute laut Manfred Nickel für den rheinland-pfälzischen Teil des Aartals eine deutliche Verbesserung der Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Diez, Limburg und darüber hinaus, denn die Fahrzeit der Busse werde durch den Zugverkehr halbiert. Außerdem würden deutlich mehr Züge fahren, als heute Busse unterwegs sind. Als sehr gut wird auch die nur wenige Minuten dauernde Umsteigeverbindung im Bahnhof Diez in die Züge der Lahntalbahn nach Bad Ems und Koblenz gesehen, denn die oftmals langen Wartezeiten beim Umstieg vom Bus auf die Bahn oder umgekehrt in Diez seien damit passé.

 

Wie in anderen Regionen mit reaktivierten Bahnstrecken bereits erfolgreich nachgewiesen worden sei, werde sich auch die Aartalbahn positiv als Standortvorteil auswirken, denn schließlich ist der Betrieb ab 2015 für die nächsten 15 Jahre vertraglich gesichert.

Der Arbeitskreis Aartalbahn, dessen Mitglieder seit dem Jahr 2003 jährlich circa 3000 Arbeitsstunden in den Erhalt und den Betrieb der Aartalbahn im Hinblick auf deren Reaktivierung gesteckt haben, zeigte sich mit der Entwicklung im rheinland-pfälzischen Abschnitt sehr zufrieden, auch wenn das Projekt manchmal in Leserbriefen unsachlich und polemisch betrachtet werde. „Da wünschen wir uns mehr Sachlichkeit zum Vorteil der Region“, so Manfred Nickel.

 

Die Fahrten mit Handhebeldraisinen seien auch im Jahr 2012 mit etwa 4000 Fahrgästen auf der circa 20 Kilometer langen Strecke zwischen Diez und Aarbergen-Michelbach unfallfrei durchgeführt worden. Die Fahrten starten und enden grundsätzlich in Oberneisen, wo die Draisinen in einer Halle stationiert sind. Rund ein Drittel der Gäste reiste aus den Räumen Koblenz, Gießen, Westerwald und Rhein-Main mit der Bahn nach Diez oder Diez Ost an, sodass die leeren Draisinen mit einem vom Landesbetrieb Mobilität zugelassenen Schienenquad von Oberneisen auf dem Schienenweg nach Diez gebracht wurden, damit die Gruppen dort starten konnten. Die dreistündigen Draisinenfahrten werden sehr oft noch mit einem Besuch von Gaststätten, Eiscafés, der Rundkirche Oberneisen, einer Apfelkelterei in Rückershausen und kleinen Wanderungen im Aartal kombiniert. Alle Draisinengäste seien von der Region und den Angeboten begeistert und verbringen oft einen ganzen Tag hier. Eine Personalie zum Schluss: Für den verstorbenen Zweiten Vorsitzenden Martin Steinberger wurde als Nachfolger Klaus Kistenbrügger aus Wiesbaden gewählt.

 

Foto: Ein besonderer Betriebsausflug: Eine Gruppe mit 50 Personen fuhr von Hachenburg mit der Bahn nach Diez Ost und dann mit sechs Handhebeldraisinen von Freiendiez bis Aarbergen-Rückershausen, bevor es zum Essen nach Oberneisen und später zur Rückfahrt ging. Foto: Uli Pohl

 

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Donnerstag, 12. September 2013, Seite 22

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Aartalbahn: Reaktivierung kommt voran